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Zertifikate sind eine sehr beliebte Anlageform, und das mit steigender Tendenz. Dies verwundert nicht weiter, bieten sie dem Anleger doch die Möglichkeit, komplizierte Finanzkonstruktionen ohne viel Aufwand ins Depot zu nehmen. Ein Nachteil von Zertifikaten ist allerdings, dass es eben auf Grund der teilweise recht komplizierten Konstruktion schwer fällt, eine Bewertung als angemessen oder eben nicht einzuschätzen.
Hier helfen verschiedene Kennzahlen, die einen Überblick geben können über die Ausgestaltung des Produktes. Einige davon sollen hier vorgestellt werden.
Als erstes gibt es den so genannten Tranaktionskostenmove. Dieser beschreibt, wie stark ein Zertifikat im Kurswert steigen muss, damit der Anleger nach Abzug der Transaktionskosten genau an der Schwelle zum Gewinn steht. Man berechnet den Transaktionskostenmove, indem man die Kosten für die Order ins Verhältnis setzt zum Bezugsverhältnis des Produkts und den gewonnenen Wert dann dividiert durch die Anzahl der erworbenen Zertifikate. Diese Kennzahl gibt einen schnellen Überblick über die Kostensituation und ist insbesondere dann wichtig, wenn das Zertifikat nicht allzu lange gehalten werden soll.
Zertifikate beziehen sich in der Regel auf ein bestimmtes Basisobjekt und hängen hinsichtlich ihrer Kursentwicklung auch daran. Gleichzeitig gibt es immer zwei Kurse für ein Zertifikat, einen Geldkurs und einen Briefkurs. Der so genannte Spread Move ermittelt, wie weit sich das Underlying bewegen muss, damit der Inhaber des Zertifikats keinen Verlust durch die Geld/Brief Spanne erleidet. Diese Kennzahl wird ermittelt, indem eine Division des Spreads durch das Bezugsverhältnis erfolgt.
Bei dieser Kennzahl sollte der Anleger allerdings berücksichtigen, dass der Spread keine Fixgröße ist und vom Emittenten erheblich ausgeweitet werden kann. Neben den Transaktionskosten beeinflusst also auch der Spread den Gewinn des Anlegers. Will man beide Größen in die Kalkulation mit einbeziehen, muss man den Break Even Punkt ermitteln, der beim Zertifikatekauf wie bei jedem Geschäft die Schwelle zum Profit ermittelt. Dies geschieht ganz einfach, indem der Transaktionskostenmove und der Spreadmove addiert werden. Es bietet sich in jedem Fall an, dies vor dem Kauf zu tun, weil so ein guter Überblick über die gesamten Kosten des Investments gewonnen werden kann.