Studienkreditprogramme in Deutschland
Die Haushalte in der Bunderepublik werden ärmer, die Kosten eines Studiums steigen nicht nur aufgrund der Studiengebühren – viele Studenten sind zur Deckung ihres Lebensunterhalts zwingend auf Ausbildungskredite angewiesen, weil aus anderen Quellen nicht ausreichend Geld zu generieren ist.
An Anbietern für derlei Darlehen mangelt es auch nicht; waren anfangs allenfalls öffentliche Kreditinstitute zur Gewährung von Krediten an Studenten ohne Sicherheiten bereit, so tummeln sich auf dem anscheinend lukrativen Markt mittlerweile viele Anbieter.
Insbesondere das Programm für Studentenkredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, erfreut sich einer wachsenden Popularität. Das Darlehen wurde im Mai 2006 erstmals aufgelegt und sichert seitdem vielen Studenten den Lebensunterhalt.
Das Prinzip des Darlehens ist denkbar einfach: Interessenten beantragen den Kredit bei einem der Vertriebspartner der KfW (dies sind insbesondere Sparkassen und Genossenschaftsbanken) und erhalten im Anschluss daran monatliche Auszahlungen auf das Girokonto der Hausbank in gewünschter Höhe, maximal jedoch bis zu 630 Euro. Für das in Anspruch genommene Darlehen sind Zinsen zu entrichten; diese betragen derzeit etwa sechs Prozent und fallen damit im Vergleich zu anderen Darlehen, die ohne Sicherheiten gewährt werden, moderat aus.
Nach Abschluss des Studiums steht dem Darlehensnehmer zunächst eine 18monatige Karenzphase zur Verfügung, während der er keine Tilgung leisten muss, sondern lediglich die anfallenden Zinsen, die ohnehin schon während der Auszahlungsphase von den ausbezahlten Darlehensraten abgezogen werden.
Die Tilgungsphase kann sich auf einen Zeitraum von bis zu 25 Jahren erstrecken, wodurch die laufende Belastung klein und der finanzielle Spielraum für andere Dinge groß gehalten werden.
Die Kehrseite eines auf den ersten Blick günstigen Ausbildungsdarlehens liegt selbstreden in der Akkumulation von Verbindlichkeiten, die im Laufe des Erwerbslebend zurückzuzahlen sind. Dennoch: Sofern der Erwerb eines Hochschulabschlusses auf anderem Wege nicht möglich ist, bleiben Studentenkredite die erste Wahl.